Diabetologie

Wenn Dicksein krank macht, ist professionelle Hilfe angesagt!

Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien hat für jede Patientin und jeden Patienten die geeignete Behandlungsmethode.

„Die Dicken sind ja selber schuld!“ – So oder ähnlich äußern sich oftmals die Schlanken, also jene, die dem heute gängigen Schönheitsideal entsprechen, über ihre übergewichtigen Mitmenschen.

Dass die Ursachen für Fettleibigkeit aber oft vielschichtiger sind und diese oft eine lange Vorgeschichte hat, wird dabei meist übersehen. Zudem wird das Alter der von morbider Adipositas betroffenen Menschen immer niedriger.

Bringt man einmal deutlich mehr Kilos auf die Waage, als es dem Normalgewicht entspricht, braucht man beim Abnehmen Unterstützung. Dazu gibt es keine Einheitsmethode: Eine individuelle Therapie muss auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Patientin und jedes einzelnen Patienten eingehen.

Und genau das wird im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien auch gemacht. Die Behandlung adipöser Patientinnen und Patienten – also mit einem Body-Mass-Index von über 30 – stellt einen Schwerpunkt der im Haus gelebten Teammedizin dar. In einem Team aus Internisten, Chirurgen, Anästhesisten, klinischen Psychologen, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und Fachärzten für plastische Chirurgie wird das Übergewicht der oftmals sehr jungen Patienten bekämpft. Dabei soll die jeweils geeignete Methode gefunden werden – und das muss nicht immer gleich eine Opera­tion sein.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Mag. Alexander Klaus, Leiter der chirurgischen Abteilung, betont die Bedeutung der Teammedizin: „Man muss sich genau anschauen, welche Patienten von einer Operation profitieren und bei welchen Patienten man zuerst einmal an einem anderen Punkt ansetzen muss. Gerade die enge Zusammenarbeit mit den anderen Fachrichtungen im Haus ermöglicht eine vielfältige Sichtweise. So kann sich die optimale Therapie heraus­kristallisieren – und der Therapieerfolg gibt uns recht.“

Auch psychosomatische Aspekte der Adipositas dürfen bei der Therapieplanung nicht übersehen werden, betont Mag. Nina Sulz-Lehar, Leiterin der Klinischen Psychologie des Krankenhauses: „Die psychische Komponente der Adipositas kann sehr vielschichtig sein. Im Wesentlichen werden drei Aspekte unterschieden: psychische Faktoren, die zur Entwicklung der Adipositas wesentlich beigetragen haben, psychische Symptome als Folge der Adipositas (z.B. depressive Reaktion) und psychische Faktoren, die das Essverhalten steuern (z.B. Essen als Mittel zur Stress­bewältigung). Für eine erfolgreiche Adi­positastherapie ist es wichtig, auch diese Aspekte gemeinsam mit dem Patienten zu beleuchten.“

Aber auch die Internisten heben die Vorteile der engen Zusammenarbeit hervor: „Im Sinne der für uns neben der Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen in gleicher Weise angestrebten Prävention stellen die chirurgischen Möglichkeiten zur Behandlung der Adipositas und der damit verbundenen Stoffwechselstörungen einen zusätzlichen wesentlichen Bestandteil in der interdisziplinären Betreuung dieser Erkrankung dar“, erklärt Prim. Dr. Martin Frömmel, Leiter der I. Medizinischen Abteilung (Schwerpunkte: Kardiologie und Diabetologie) des Krankenhauses.

Sollte eine Operation notwendig werden, stehen den Spezialisten im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Hier kommen die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Anästhesisten zum Tragen.

„Der anhaltende Erfolg der Operation hängt aber auch wesentlich von einer guten Nachbetreuung ab“, erklärt Prim. Klaus. Diese ist im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien inbegriffen. Es geht darum, die Patienten auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Das betont auch Elisabeth Jäger, selbst Betroffene und Leiterin der Selbsthilfegruppe Adipositas: „Die Adipositas-Selbsthilfegruppen sind sehr stolz auf die enge Zusammen­arbeit mit den Krankenhäusern und den Adipositaschirurgen, denn diese Zusammenarbeit ist wichtig, um den Betroffenen ihre Entscheidungen zu erleichtern. Vor allem sehr genaue Informationen – die oft über die Möglichkeiten der Adipositas-Selbsthilfegruppen hinausgehen – sind für die adipösen Menschen von immenser Wichtigkeit. In meiner Eigenschaft als Österreich-Sprecherin der Adipositas-Selbsthilfegruppen ist es eine wahre Freude für mich, über die enge Kooperation mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien sprechen zu können. Hier werden die Betroffenen nicht nur wie mündige Gesprächspartner, sondern vor allem auch wie ‚richtige Menschen‘ eben sehr menschlich behandelt. Das gebe ich den Menschen, die sich an uns wenden, immer mit, wenn ich sage: „So eine Magenoperation ist nur eine Krücke, aber gehen müssen wir schon selber!“

In einer eigenen Adipositasambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien jeweils donnerstags von 8 bis 9 Uhr werden die Patienten beraten und über die bestehenden Möglichkeiten informiert. Täglich in der Zeit von 10 bis 16 Uhr kann man unter der Tel.-Nr. 01/599 88-3233 einen Termin für eine Beratung in der Adipositasambulanz vereinbaren.

Rückfragehinweis:
Mag. Angela Jaksch
Leiterin Kommunikation
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien
Stumpergasse 13, 1060 Wien
Tel.: 01/599 88-3176, Mobil: 0664/819 09 04
E-Mail: angela.jaksch@bhs.at
www.bhs-wien.at

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Letztes Update:6 Oktober, 2011 - 12:33